Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit NRW

Austausch- und Vernetzungstreffen „Mädchen nach Flucht“

Die LAG Autonome Mädchenhäuser/feministische Mädchenarbeit NRW lädt gemeinsam mit der LAG Mädchenarbeit NRW interessierte Kolleg_nnen zu einem Austausch- und Vernetzungstreffen zum Thema „Mädchen und junge Frauen nach Flucht“ ein, um gemeinsam mit Kolleg_innen Erfahrungen und Einschätzungen zur Situation von geflüchteten Mädchen in den Kommunen auszutauschen.

23. Juni 2016, 10 bis 13 Uhr, AWO Begegnungszentrum Grenzstraße 47, 45881 Gelsenkirchen

Vorgeschlagene Tagesordnung:
1.  Ankommen, Kaffee, Begrüßung
2.  Vorstellungsrunde und Sammlung von Themen/Fragen/Anliegen für die TO
3.  Input: Datenlage und aktuelle Situation der Mädchen und jungen Frauen nach Flucht
4.  Kollegialer Austausch: Aktueller Stand in den Einrichtungen in Bezug auf Arbeit mit Mädchen nach Flucht
5.  Verabredungen zur Weiterarbeit

Anmeldung und Infos unter: lagam@web.de

2015 stellten 441.899 Menschen einen Erstantrag auf Asyl in Deutschland. 30,8 % der Antragsteller_innen waren weiblich. Von diesen weiblichen Antragsteller_innen waren 41,6% Mädchen zwischen 0 und 18 Jahren, hierunter auch unbegleitete  minderjährige Mädchen. Neben den Neueinreisenden leben außerdem seit Jahren Mädchen – teilweise mit ungesichertem Aufenthaltsstatus – in Deutschland.
Ein Teil der Mädchen und junge Frauen mit Fluchterfahrungen sind in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit schon lange präsent, während ein anderer Teil der Mädchen nur schwer erreichbar ist, da sie u.a. bei schlechter Versorgung in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften festsitzen. Wir wissen, es gibt, bspw. in der offenen Kinder und Jugendarbeit oder auch in Unterbringungseinrichtungen, bereits eine Reihe von Angeboten für geflüchtete Mädchen. Dennoch haben wir den Eindruck, sie kommen in vielen Bereichen noch oftmals zu kurz. Denn obwohl geflüchtete Mädchen und junge Frauen einen großen Anteil der Menschen ausmachen, die aktuell aus ihrer Heimat fliehen, wird ihre spezielle Situation nur selten explizit zum Thema gemacht.
Es ist bekannt, dass ein riesiger Teil der geflüchteten Mädchen traumatische Erfahrungen vor und während ihrer Flucht erfahren haben. Auch in NRW häufen sich Berichte über sexualisierte Gewalt an den Mädchen und jungen Frauen in den Gemeinschaftsunterkünften und pädagogische Fachkräfte berichten immer wieder über zahlreiche Barrieren und Repressalien, z.B. durch das Asylbewerberleistungsgesetz. Angesichts dieser Situation ergeben sich einige Fragen:

Wie ist die Situation der geflüchteten Mädchen und jungen Frauen in den Kommunen? Was brauchen und wollen die geflüchteten Mädchen und junge Frauen in NRW, für die die Jugendhilfe zuständig ist? Was sind ihre Themen? Welche Hindernisse und Probleme nehmen sie selbst wahr? Haben sie Zugang zu den Angeboten der Mädchenarbeit/ Jugendarbeit? Wie steht es um den Gewalt- und Diskriminierungsschutz in den Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften? Wie sieht es mit flächendeckenden Dolmetscherdiensten aus? Wie sieht es mit einer
gendersensiblen Traumatherapie und deren Kostenübernahme aus?  Braucht es weitere besondere Anlaufstellen (z.B. Clearingstellen) für geflüchtete Mädchen Frauen?

 

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