Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit NRW

Inklusion und Mädchen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen

Expertinnenkreis

Anknüpfend an das Fachgespräch hat sich ein Expertinnenkreis gegründet. In diesem Facharbeitskreis treffen sich regelmäßig Fachfrauen von (landeszentralen) Trägern der Jugend(verbands-)arbeit und der Mädchenarbeit mit Vertreterinnen der Behinderten(selbst-)hilfe zu einem fachlichen Austausch und zur gegenseitigen Information über landesrelevante Entwicklungen im Themenfeld Inklusion. Geplant sind neben dem fachlichen Austausch und Netzwerkerweiterungen auch gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen für 2015. Die Fachstelle hat hier federführend die Koordination und Vernetzung übernommen.

Ziele des Facharbeitskreises sind u.a.:

  • Landschaft der Behinderten(selbst)hilfe und Jugendhilfe beleuchten, vernetzen und Kooperationen vorantreiben
  • Lebenssituation von Mädchen mit Behinderung darstellen
  • Lobbyarbeit für Mädchen mit Behinderung
  • Gemeinsame Veranstaltungen/ Fortbildungen
  • Finanzierungsmöglichkeiten und Systeme beleuchten

Nächstes Treffen:
Dienstag, 22.11.2016, 13-16 Uhr in Duisburg
weitere Infos unter lagam@web.de


Die Fachstelle fragt nach!

Die Fachstelle bearbeitet seit 2015 einige spezielle Themenfelder  in Form von Projektbesuchen und ExpertInneninterviews. Entsprechende Papiere rund um die Inklusion werden auch an dieser Stelle als Info- und Inputpapiere veröffentlicht.


Fachdiskurs 2015
Im Juni 2015 fand eine Fachdiskussion unter dem Titel „Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen mit Behinderungen – Auswirkungen, Bedarfe und gemeinsame Ziele“ statt. Es zeigten sich hier vor allem die Bereitschaft und der ausdrückliche Wunsch der breiten Vernetzung und des Austauschs verschiedenster Akteure. Es konnten, gemeinsam mit Fachleuten aus Mädchenarbeit, Behinderten(selbst)hilfe, Sozialverbänden Problemlagen diskutiert und erste konkrete Handlungsbedarfe formuliert werden. Neben der Notwendigkeit der Enttabuisierung des Themas durch eine Willkommenskultur, der Qualifizierung von Fachleuten und einer flächendeckenden Vernetzung und Kooperation zwischen Behinderten(selbt)hilfe und Jugendhilfe wurden hier auch weitere Bedarfe für eine gelingende Inklusion von Mädchen mit Behinderungen ermittelt. So wurde bspw. der Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten im Kontext von Zwangsverheiratung und Inobhutnahmen insgesamt für Mädchen mit Behinderungen deutlich. Weiter wurden aufsuchende niederschwellige Angebote im Bereich der Sexualerziehung sowie der der Ausbau flächendeckender Empowerment-Workshops für Mädchen mit Behinderung als wichtige Aufgabe der Jugendhilfe formuliert. Weitere Informationen und Diskussionsthemen sind in der Dokumentation der Veranstaltung zu finden.Der Input während der Veranstaltung konzentrierte sich stark auf die Ergebnisse der er ersten deutschlandweit repräsentativen Studie der Universität Bielefeld zur Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland. Es wurden Frauen und Mädchen zwischen 16 und 90 Jahren befragt. Hier wurde auch ganz klar der dringende Bedarf an einer besseren Datenlage über die Lebensbedingungen von Mädchen mit Behinderung deutlich.

Die gesamte Dokumentation finden Sie hier: Dokumentation Fachdiskurs MmBGewalt2015


Fachgespräch 2013
Seit 2009 schon ist das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung in Deutschland in Kraft getreten. Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen haben seitdem einen gesetzlichen Anspruch auf gleichberechtige gesellschaftliche Teilhabe, also auch die Teilhabe an (Freizeit- und Bildungs-)Angeboten der Jugendarbeit. Dies stellt eine große Herausforderung dar.

Mit einem Fachgespräch „Jugendhilfe inklusiv?!“ im Dezember 2013 mit VertreterInnen aus der Jugendverbandsarbeit/ Jugendarbeit und der Behinderten(selbst)hilfe wollten wir zur Annäherung und zum Dialog zwischen Jugendhilfe und Behinderten(selbst)hilfe beitragen. Hier wurden Rahmenbedingungen ebenso wie Lebenslagen und Bedarfe von Mädchen mit Behinderung beleuchtet.

Welche Rahmenbedingungen brauchen Jugendliche, im speziellen Mädchen, mit Behinderung um die Angebote der Jugendarbeit nutzen zu können? Vor welchen Problemen steht die Jugendarbeit? Dabei wollen wir aber nicht nur auf Herausforderungen und Problemlagen schauen, sondern auch Möglichkeiten und Ressourcen beleuchten. Was funktioniert jetzt schon ganz gut und woran kann man anknüpfen oder aufbauen?

Ziel des Fachgespräches war es, die Handlungsfelder miteinander stärker ins Gespräch zu bringen. Im Focus standen dabei die Lebenssituation von Mädchen mit Behinderung und deren spezielle Bedarfe.

auf der Veranstaltung kristalisierten sich weitere gemeinsame Ziele der Teilnehmerinnen heraus. Es wurden hier formuliert:

  • Thema Inklusion weiter in die Öffentlichkeit bringen
  • „Expertinnenkreis“ für Austausch und Lobbyarbeit auf Landesebene installieren
  • Dialog auf Landesebene, auch mit der Politik, weiterführen
  • Problematik der verschiedenen Finanzierungssysteme thematisieren
  • Mit Mädchen mit Behinderung ins Gespräch kommen
  • Ganz praktische Hilfestellungen/ Fortbildungen/ Handreichen
  • Materialsammlung mit Kooperationspartnerinnen, Leitfäden, Dokumentationen und Erfahrungsberichten etc. zusammenstellen

Dokumentation Fachgespräch Jugendhilfe inklusiv2013


Weitere Aktivitäten zu dem Themenfeld

Die Fachstelle ist zu dem Thema Inklusion im Dialog und Austausch mit folgenden landeszentralen Trägern:

– NetzwerkBüro Frauen und Mädchen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen
– Kompetenzzentren für selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderungen
– Bundesverband und Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen
– Sozialverband Deutschland e.V. Landesverband NRW

Die Fachstelle bschäftigt sich außerdem mit der inklusiven Öffnung der Kinder- und Jugendarbeit. Zu diesem Zweck besteht ein enger Austausch mit dem Landesjugendring NRW.

Das Thema Barrierefreiheit wird in allen Veranstaltungen und Veröffentlichungen versucht aufzugreifen. Es sind im Internet eine Vielzahl an Checklisten und Handlungsempfehlungen hierzu zu finden. Eine kurze Zusammenfassung mit Tipps und Hinweisen finden sie hier: Tipp und Hinweise zum Thema Barrierefreiheit

Außerdem finden hier Beratungsprozesse mit einigen Trägern zur inklusiven Öffnung statt:

  • Fachberatung Inklusionsprozess im Themenbereich Kinder- und Jugendarbeit in Gelsenkirchen
  • Beratung Pro Mädchen Mädchenhaus Düsseldorf: Konzeptentwicklung Inklusionsprojekt und inklusive Öffnung des Mädchentreffs
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