Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit NRW

Mädchen nach Flucht

Im Sommer 2016 hat sich der landesweite Facharbeitskreis  „Mädchen nach Flucht“ gegründet, welchen die Fachstelle gemeinsam mit der LAG Mädchenarbeit NRW betreut und koordiniert. Der AK trifft sich etwa 2-3 mal im Jahr. Bisherige Zielsetzungen sind:

  • Fachlicher Austausch
  • Konkrete Handlungsempfehlungen erarbeiten
  • über Entwicklungen von der Landes- und Bundespolitischen Ebene austauschen
  • Einzelne Themen auch intensiver mit Referenten diskutieren: Fachdiskurse mit Erarbeitung von Problemlagen und Handlungsempfehlungen
  • Politische Forderungen stellen, um konzeptionelle Rahmenbedingungen zu schaffen, Standardisierungen sammeln
  • Pool von Profis und Fachleuten erarbeiten

Das nächste Treffen ist geplant für Februar/ März in Gelsenkirchen.


      2. Austausch- und Vernetzungstreffen „Mädchen nach Flucht“

Bei unserem ersten Vernetzungstreffen Mädchen und junge Frauen nach Flucht NRW am 23. Juni in Gelsenkirchen, hatten wir uns für ein weiteres Treffen im Herbst in Wuppertal verabredet. Wir möchten Euch/Sie nun zu unserer zweiten Sitzung einladen:

27. Oktober 2016, 10 bis 13 Uhr, LAG Mädchenarbeit NRW, Robertstr. 5a, 42107 Wuppertal

Vorgeschlagene Tagesordnung:

  1. Ankommen, Kaffee, Begrüßung
  2. (Gesellschafts-) politische Entwicklungen
  3. Kollegialer Austausch: Aktueller Stand in den Einrichtungen in Bezug auf Arbeit mit Mädchen nach Flucht
  4. Verabredungen zur Weiterarbeit

Anmeldung und Infos unter: lagam@web.de


  1. Austausch- und Vernetzungstreffen „Mädchen nach Flucht“ Juni 2016

2015 stellten 441.899 Menschen einen Erstantrag auf Asyl in Deutschland. 30,8 % der Antragsteller_innen waren weiblich. Von diesen weiblichen Antragsteller_innen waren 41,6% Mädchen zwischen 0 und 18 Jahren, hierunter auch unbegleitete  minderjährige Mädchen. Neben den Neueinreisenden leben außerdem seit Jahren Mädchen – teilweise mit ungesichertem Aufenthaltsstatus – in Deutschland.
Ein Teil der Mädchen und junge Frauen mit Fluchterfahrungen sind in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit schon lange präsent, während ein anderer Teil der Mädchen nur schwer erreichbar ist, da sie u.a. bei schlechter Versorgung in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften festsitzen. Wir wissen, es gibt, bspw. in der offenen Kinder und Jugendarbeit oder auch in Unterbringungseinrichtungen, bereits eine Reihe von Angeboten für geflüchtete Mädchen. Dennoch haben wir den Eindruck, sie kommen in vielen Bereichen noch oftmals zu kurz. Denn obwohl geflüchtete Mädchen und junge Frauen einen großen Anteil der Menschen ausmachen, die aktuell aus ihrer Heimat fliehen, wird ihre spezielle Situation nur selten explizit zum Thema gemacht.
Es ist bekannt, dass ein riesiger Teil der geflüchteten Mädchen traumatische Erfahrungen vor und während ihrer Flucht erfahren haben. Auch in NRW häufen sich Berichte über sexualisierte Gewalt an den Mädchen und jungen Frauen in den Gemeinschaftsunterkünften und pädagogische Fachkräfte berichten immer wieder über zahlreiche Barrieren und Repressalien, z.B. durch das Asylbewerberleistungsgesetz. Angesichts dieser Situation ergeben sich einige Fragen:

Wie ist die Situation der geflüchteten Mädchen und jungen Frauen in den Kommunen? Was brauchen und wollen die geflüchteten Mädchen und junge Frauen in NRW, für die die Jugendhilfe zuständig ist? Was sind ihre Themen? Welche Hindernisse und Probleme nehmen sie selbst wahr? Haben sie Zugang zu den Angeboten der Mädchenarbeit/ Jugendarbeit? Wie steht es um den Gewalt- und Diskriminierungsschutz in den Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften? Wie sieht es mit flächendeckenden Dolmetscherdiensten aus? Wie sieht es mit einer
gendersensiblen Traumatherapie und deren Kostenübernahme aus?  Braucht es weitere besondere Anlaufstellen (z.B. Clearingstellen) für geflüchtete Mädchen Frauen?

Wir würden gerne gemeinsam mit Kolleg_innen Erfahrungen und Einschätzungen zur Situation von geflüchteten Mädchen in den Kommunen auszutauschen. Darum lädt die LAG Autonome Mädchenhäuser/feministische Mädchenarbeit NRW gemeinsam mit der LAG Mädchenarbeit NRW interessierte Kolleg_nnen herzlich zu einem Austausch- und Vernetzungstreffen zum Thema „Mädchen und junge Frauen nach Flucht“ ein.

Vorgeschlagene Tagesordnung:
1.  Ankommen, Kaffee, Begrüßung
2.  Vorstellungsrunde und Sammlung von Themen/Fragen/Anliegen für die TO
3.  Input: Datenlage und aktuelle Situation der Mädchen und jungen Frauen nach Flucht
4.  Kollegialer Austausch: Aktueller Stand in den Einrichtungen in Bezug auf Arbeit mit Mädchen nach Flucht
5.  Verabredungen zur Weiterarbeit

Anmeldung und Infos unter: lagam@web.de


Angebote der Autonomen Mädchenhäuser und -einrichtungen

Für die autonomen Mädchenhäusern und -einrichtungen sind Mädchen und junge Frauen mit Fluchterfahrungen eine wichtige Zielgruppe.

Folgende Einrichtungen der LAG kommen regelmäßig in Kontakt mit Mädchen mit Fluchterfahrungen:

  • Mädchenberatungsstellen
  • Mobiles Mädchenzentrum: Mädchengruppen mit Mädchen mit Behinderung, davon sind viele Mädchen mit Fluchterfahrungen
  • Mädchentreff Düsseldorf
  • Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat
  • Zuflucht des Mädchenhauses Bielefeld
  • Porto Amal – Clearinghaus für unbegleitete minderjährigen weibliche Flüchtlinge
  • Handwerkerinnenhaus: Mädchen mit ungesichertem Aufenthaltsstatus/Asylbewerberinnen sind auch in den Angeboten vertreten

Sie kommen mit verschiedenen Themen und Bedarfen in die Einrichtungen. Gewalterfahrungen in der Heimat und auf der Flucht spielen ebenso eine Rolle, wie das Gefühl der Entwurzelung und Verlust der Heimat. Sie suchen nach Unterstützung zur Integration und haben Anfragen nach Möglichkeiten zum Erlernen der deutschen Sprache. Sie geraten häufig in (familiäre) Konflikte durch kulturelle Werten und Erwartungen im Aufnahmeland und ihren Eltern. Sie sind fast täglich mit Ausgrenzungen und Rassismus konfrontiert.

Die Unterstützungsangebote der Einrichtungen orientieren sich hierbei stark an den Bedarfen der Mädchen und jungen Frauen. Sie bieten ihnen eine persönliche Begleitung auf Vertrauensbasis, Anonymität und Parteilichkeit, Angebote zur Stärkung des Selbstwertgefühls und Sicherheit im Umgang mit Konfliktsituationen, genderhomogene Räume und Settings, Therapie und Aufarbeitung der Erlebnisse.