Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit NRW

Mädchen(Plan)Büro

Zusammen mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Stolberg und dem Stadtteilmanagement Velau/Auf der Mühle hat die Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit NRW e.V. in diesem Jahr ein Patizipationsprojekt für Mädchen in Stohlberg initiiert.

Das Projekt ist Teil des Forschungsprojektes „Jugendliche im Stadtquartier“ und wird vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im
Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
(BMVBS) inhaltlich begleitet und finanziert.

Projektbeschreibung
Für Mädchen, insbesondere Mädchen mit Migrationshintergrund,
sind die Aufenthaltsmöglichkeiten im öffentlichen Raum
eingeschränkt, da es sich oft nicht um geschützte Räume
im Sinne der Eltern handelt. Um eine Identifikation mit dem
Quartier und mit der Stadt zu erreichen, ist es wichtig, dass sie
ihren Platz im Quartier bekommen und sie die Erfahrung machen
können, dass ihre Vorstellungen gewünscht und gehört
werden. Zentrale Maßnahme des Projekts ist die Gründung
eines Planerinnenbüros mit Mädchen. Die Mädchen nehmen
in einem ersten Schritt eine Bestandsaufnahme des Quartiers
vor: Diese neue Perspektive auf das Wohnumfeld wird als
Anregung an das Stadtteilbüro gegeben. Der zweite Teil des
Projektes besteht aus der Gestaltung einer Grünfläche, dazu
gehören die Planung, die Kostenkalkulation und die praktische
Umsetzung. Die baulichen Neugestaltungen werden von dem
Mädchen selbst durchgeführt. Hierbei wird die Kooperation mit
der Wohnungsgesellschaft LEG angestrebt.

Jugendbelange im Projekt
Jugendliche sind oft nur geduldete MitbewohnerInnen. Ihre
Vorstellungen von öffentlichen Aufenthaltsräumen werden selten
berücksichtigt. Haben sie einen informellen Treffpunkt für
sich entdeckt, müssen sie oft mit negativen Reaktionen der Erwachsenen
rechnen. Mädchen melden sich mit ihren Bedarfen
noch weniger zu Wort als die Jungen. Stehen Flächen für Jugendliche
zur Verfügung, sind diese oft jungendominiert (Skatboardfahren,
Fußball) Für Mädchen, insbesondere Mädchen
mit Migrationshintergrund, sind die Aufenthaltsmöglichkeiten
im öffentlichen Raum zusätzlich eingeschränkt, da es sich oft
nicht um geschützte Räume im Sinne der Eltern handelt.
Die Mädchen sind zwischen 12 und 16 Jahre alt. Es sind Mädchen
aus Zuwanderungsfamilien und Mädchen mit deutscher
Herkunft. Die Lebenssituation der Mädchen aus Zuwanderungsfamilien
ist gekennzeichnet von ungleichen Zugangsmöglichkeiten
zu Bildungs- und Freizeitangeboten. Es gibt eine
Kombination von Migrationshintergrund und sozialer Benachteiligung.

Projektumsetzung
Es handelt sich um ein Projekt von Mädchen für Mädchen.
Es beinhaltet sowohl die Elemente der Planung als auch der
Ausführung eines Teilprojektes. Die Mädchen erleben den
gesamten Ablauf eines Planungsprozesses bis hin zur Ausführung
eines Teilbereiches. Das Engagement hat ein sichtbares
Ergebnis. Die Mädchen nehmen eine Bestandsaufnahme des
Quartiers vor: Welche Räume gefallen mir? Welche Angsträume
gibt es? Was müsste verändert werden, damit wir uns
dort wohlfühlen? Die im Rahmen der Quartieranalyse von den
Mädchen entwickelten Vorstellungen werden dem Stadtteilbüro
und den Arbeitsgruppen, die sich im Stadtquartier gebildet
haben, präsentiert. Es wird angestrebt, dass die Beteiligung
von Mädchen am Stadtteilprogramm „Velau/Auf der Mühle“
fester Bestandteil wird und Folgeprojekte initiiert werden. Des
Weiteren wird eine Grünfläche umgestaltet.