Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit NRW

Partizipation von Jugendlichen im Stadtteil

Die Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit beschäftigt sich im Kontext von Integration und Identifikation von Mädchen mit  und ohne Migrationshintergrund seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema „Partizipation von Jugendlichen im Stadtteil“.

„Unter Partizipation ist zu verstehen, dass die Bürger das Gemeinwesen aktiv mitgestalten, dass sie in allen sie betreffenden Belangen mitwirken, mitentscheiden und Verantwortung übernehmen.“

Partizipation meint also:
– Teilhabe an gesellschaftlichen Ressourcen
– Teilhabe an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen

Ausgehend von einer kleinräumigen Betrachtungsweise und einem Verdrängen der Jugendlichen aus Bereichen des öffentlichen Lebens, umfasst heute der Begriff der Partizipation bereits Raumaneignung und Raumnutzungsstrategien.

Im Hinblick auf

– Identifikation mit dem Gemeinwesen
– Steigerung von lokalem Verantwortungsgefühl

stellen sich folgende Fragen:

– Wie äußert sich ein Aneignungs- und Nutzungsverhalten von Jugendlichen?
– In welcher Beziehung stehen sie zu ihrem Nahraum?
– Wie sind die derzeitigen Partizipationsmöglichkeiten von Jugendlichen ausgestaltet?
– Gibt es Unterschiede einzelner Gruppen in Hinblick auf den sozialen Kontext, das Geschlecht oder auf das Wohnumfeld?

Diese Fragen untersucht die umfangreiche Studie der Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit,

„Partizipation von Jugendlichen im Stadtteil –

eine sozialwissenschaftliche Untersuchung am Beispiel von Gelsenkirchen“, Februar 2010

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Gleichzeitig führte die Fachstelle immer wieder praktische Beteiligungsprojekte durch:

Unter dem Motto „Mädchen erobern ihre Stadt“ fand im Juni 2010 ein Stadtplanungs-Workshop in Kooperation mit Stadtumbau Gelsenkirchen City statt.

Um die besonderen Bedürfnisse von Mädchen in der Stadtplanung herauszuarbeiten, hat die Fachstelle Interkulturelle Mädchenarbeit NRW Mädchen an dem Planungsprozess in besonderem Maße beteiligt. Neben einem zentralen Workshop seitens des Programms Stadtumbau Gelsenkirchen City, führte die Fachstelle vorab eine Planungs-Werkstatt speziell für Mädchen aus der Umgebung des Elisabethplatzes durch.
Der Workshop bestand aus zwei wesentlichen Elementen:
Zum einem haben die Mädchen durch eine Stadtrallye und Fotosafari eine Stadtteilanalyse vorgenommen. Hierbei standen vor allem folgende Fragen im Mittelpunkt:
– Wo sind die Lieblingsplätze von Mädchen in der Innenstadt?
– Welche Räume machen euch Angst?
– Wie soll ein perfekter Platz/ Treffpunkt für Mädchen aussehen?
Zum anderen wurden die Schlüsse der Analyse auf die Gestaltung des Elisabethplatzes übertragen und in Form von selbstgebauten Modellen festgehalten.
Die Ergebnisse wurden anschließend auf dem zentralen Workshop am 25.06.2010 der Stadtplanung von den beteiligten Mädchen vorgestellt und fließen in die konkrete Gestaltung ein.


Bereits seit 2009 führt die Fachstelle außerdem das Bundesmodellprojekt „Mädchen(plan)Büro“ durch. Im Rahmen des ExWoSt- Programmes „Jugendliche im Stadtquartier“  wurde dieses Beteiligungprojekt mit besonderem Fokus auf Mädchen mit Migrationshintergrund in Stolberg (Rhnl.) initiiert. Über Monate planten und konstruierten Mädchengruppen aus Stolberg hier einen eigenen Treffpunkt und gründeten  einen Mädchenverein. In diesem Zusammenhang entstand das „Ladys Haus“, ein Treffpunkt ausschließlich für Mädchen, welches nun in die Eigenverantwortung des Vereins übergeben wird. In Kooperation mit dem JFC Medienzentrum Köln und der CAJ Aachen finden derzeit im „Ladys Haus“ regelmäßig Gruppentreffenn statt, bei welchen sich die Mädchen mit Themen wie Gleichberechtigung von Männern und Frauen und Rassismus beschäfftigen. Daraus haben sich bereits die Mädchenzeitung „Diamant Girls“ sowie die Idee einer Jugend- Anti- Rassismus- Konferenz entwickelt.